von Walter von Wintzingerode
Durch die Heirat der zweiten Tochter Antoinette des Hauptmann Ernst mit Wilhelm v.W. aus Wehnde kam der Hof in Wilhelms Besitz. Seine Mutter Marie, geb. von Haynau, die als Witwe bei ihrem Sohne lebte, siedelte 1830 nach Wintzingerode über, bis 1832 August Freiherr v.W., Oberforstmeister, diesen Hof gegen seinen Anteil an dem Gut Wehnde eintauschte. Er begründetet dadurch die Linie derer von Wintzingerode in Wintzingerode. Zunächst lebten auf dem Adelshof seine Mutter Henriette Johanna Sophia, geb. von Retzow, Frau des Oberlandforstmeisters Carl Wasmuth Friedrich Wilhelm v.W. mit ihren Töchtern Caroline – die sich große Verdienste um die Pflege und Erziehung des Grafen Wilko erworben hat, wo sie Mutterstelle vertrat.
Maria Auguste Friederike Antoinette – eine gute Zeichnerin und Malerin, sie gründete mit ihrer Schwester Amalie eine Näh- und Strickschule in den ehemaligen Gerichtsdörfern der Familie.
Amalie Julie Louise Henriette war Dichterin. Sie alle liegen im Garten begraben. Ebenso August Levin Freiherr v.W., Oberforstmeister a.D. und seine 2. Frau Elisabeth Charlotte Magdalena v. Geisler.
Trotzdem er den größten Teil des Jahres in Köln und Bonn wohnte, nahm der doch großen Anteil an den Geschehnissen im Dorfe. Die Älteren des Dorfes werden sich noch der Sedanfeiern auf dem Obersten Hofe erinnern. Viel hat er für die Hilfsbedürftigen getan. Im Jahre 1888, anlässlich seiner goldenen Hochzeit stiftete er einen Armenfonds, der durch den Ortspfarrer verwaltet wurde. Leider ist das Vermögen durch die Inflation nach dem Weltkriege fast zusammengeschmolzen.
August Levin Emil Friedrich Freiherr von Wintzingerode starb im Jahre 1893, am 20.5. und wurde im Garten beerdigt, neben seiner o.g. zweiten Ehefrau Elisabeth Charlotte Magdalena, die am 20.1.1891 starb.
Den Besitz übernahm sein Sohn Wasmuth Levin Peter Heinrich Julius, Major a.D. aus Köln. Nur bis zum 3. Oktober 1893 erfreute er sich an dem Besitze. Er starb 53 Jahre alt und wurde auch im Garten begraben. Seine Frau Marie Vinzenta v.W., geb. Berger verwaltete den Besitz bis zu ihrem am 15. Sept. 1929 erfolgtem Tode. Von den Geschwistern des Majors ist seine Schwester Olga zu erwähnen, die viel für die Bedürftigen und Kranken getan hat.
Sein Bruder Walter Freiherr v.W., geheimer Justizrat aus Köln und seine Frau, geb. von Carnap ließen die Pfarrscheune in ein Gemeindehaus umbauen. Auch stifteten sie eine namhafte Summe zur Vermehrung des Armenfonds, auch durch die Inflation verloren.
Im Gemeindehaus wurde ein Konfirmandenzimmer, eine Wanderherberge sowie Wohnräume der Leiterin des Kindergartens und auch ein Saal für die Kinderschule eingerichtet, wo auch im Winter Gottesdienste abgehalten werden konnten.
Besitzer des Hofes:
- Else (Elisabeth Katharina) Gail, Köln, geb. Freiin v. Wintzingerode, Ehefrau des Dr. phil. Gustav Gail
- Olga Freiin v.W. („Schwester Olga“ 1875-1963)
- Walter Freiherr v.W. (Major a.D. 1876-1949)
- Frida Selck (geb. Freiin v.W. 1878-1964) Ehefrau des Juristen Dr. jur. Heinrich Ludwig Erwin Selck
Großeltern des Bischofs der Landeskirche Braunschweig Dr. h.c. Christian Krause (1940-2024) - Maria Walburga Wilhelmine „Mimi“ von Frankenberg-Lüttwitz, geb. Freiin v.W. (1889-1965)
Mutter der Gerda-Marie Gräfin von Hardenberg (geb. 1917 in Südafrika, 1999 in Arolsen gestorben)
1922 – am 30. Mai wurde der selbständige Rittergutsbezirk aufgelöst und zur Gemeinde geschlagen.